LB 50 Religionsfreiheit Sri Lanka

Am Ostersonntag 2019 zerstörten in Sri Lanka weitgehend unbekannte Täter mit gezielten Bombenanschlägen drei christiliche Kirchen während der gut besuchten Festgottesdienste und zeitglich drei voll besetzte Luxushotels für europäische Touristen. 259 Tote und etwa 500 Verletzte erinnerten die Einheimischen schlagartig an ihre schon fast verdrängten Existenzängste aus den Zeiten im jahr 2009 beendetn 26-jährigen Bürgerkriegs mit mehr als 100.000 Toten.

Bis heute gibt es weder endgültige Klarheit über die Täter und ihre Motive noch wirksame Gegenmaßnahmen, um die Wiederholungen oder Nachnahmungen solcher Attentate zu verhindern. Stellungnahmen der Regierung und der Sicherheitskräfte vor Ort weisen darauf hin, dass die Angriffe von lokalen Islamisten gezielt auf christliche beziehungsweise westlich orientierte Einrichtungen ausgeführt wurden. Das bereits hohe soziale politische Unruhepotential des Inselstaats ist erneut bedrohlich aufgeheizt worden.

Die Ergebnisse von 2019 werfen die schon nach früheren Angriffen dieser Art erhobene Frage nach dem Verhätnis der Religionsgemeinschaften zueinander auf. Die sri-lankische Verfassung garantiert Rekligionsfreiheit für alle, schreibt aber zugleich die besondere Stellung des Buddhismus im Land fest. Einerseits bestehen zahllreiche Dialoginitiativen, und Angehörige der verschiedenen Religionsgemeinschaften setzen sich für friedliches Miteinander ein. Andererseits gibt es immer wieder Ausschreitungen gegenüber religiösen Minderheiten, nicht zuletzt vonseiten radikaler Budhistischen initiiert, deren Ziel die Verteidigung der singhalesich-buddhistischen Identität des Inselstaats ist.

Bibliographische Angaben
Lutz Löher, Religionsfreiheit: Sri Lanka, in:
Internastiones Katholisches Missionswerk missio e.V.
Länderberichte Religionsfreiheit (Heft 50), Aachen 2020
ISSN 2193-4339

 

Artikel-Nr. 0600558
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